Die Viskosität von Motorenöl

Seit 1911 werden von der Society of Automotive Engineers die sogenannten SAE-Viskositätsklassen zur Charakterisierung von Motoröl festgelegt. Hierbei spielt die Fließfähigkeit von Motoröl bei verschiedenen Temperaturen eine wichtige Rolle. Die Viskosität von Motoröl stellt sicher, dass zu jeder Gegebenheit die beweglichen Motorteile ausreichend mit Öl versorgt sind. Ursprünglich wurde Motorenöl für den Sommer- und Winterbetrieb gewechselt. Als die SAE sich formierte, gab es noch keine Öle, die mehrere Viskositätsklassen überbrücken konnten. Heute finden fast ausschließlich Mehrbereichsöle Verwendung, die sowohl die Sommer- als auch Wintereigenschaften in sich vereinen. Neben der guten Schmierwirkung von Motoröl muss dieses noch viele weitere Anforderungen erfüllen. Es

  • dient der Reibungsminderung,
  • besitzt eine wichtige Reinigungsfunktion,
  • verhindert die Bildung von Ölschlamm in der Ölwanne,
  • dient der Säureneutralisation
  • und besitzt eine hohe Verträglichkeit mit den eingesetzten Dichtungswerkstoffen.

Um sämtliche Bereiche eines Motors ausreichend schmieren zu können, muss das Motoröl jederzeit die betroffenen Motorbauteile erreichen können. Je nach Viskosität (Fließfähigkeit) kann die Ölpumpe eines Motors das Öl schneller oder langsamer durch die Ölleitungen zu den betreffenden Stellen pumpen.

Die verschiedenen Motorenöle nach Fließverhalten

Sommeröle besitzen ein unterschiedliches Fließverhalten bei hohen Öltemperaturen. Diese Öle richten sich nach den Viskositätsklassen 16, 20, 30, 40, 50 und 60. Je kleiner die Zahl angegeben ist, desto dünnflüssiger ist das Motorenöl. Dabei ist die Tragfähigkeit des eigentlichen Schmierfilms bei einer hohen Viskosität wesentlich besser als bei einer niedrigeren. Das Fließverhalten dieser Öle bezieht sich dabei immer auf eine Basistemperatur von 100 °C. Verdeutlicht wird dies zum Beispiel bei der SAE-Klasse 16, bei der das dünnflüssige Öl je Sekunde 5,6 mm² fließt. Bei der Klasse SAE 60 erreicht die Fließgeschwindigkeit 21,9 mm² pro Sekunde.

Anders sieht es bei den Winterölen aus. Sie werden in die Klassen 0W, 5W, 10W, 15W, 20W und 25W unterschieden. Das W steht dabei für die Wintertauglichkeit. Die Zahl vor dem W gibt die sogenannte Tieftemperatur-Pump-Viskosität an. So bleibt das Motoröl SAE 0W bis -40°C pumpbar, während das Öl der Klasse SAE 25W bis -15°C pumpbar bleibt.

Die Viskositätsklassen und ihre Temperaturbereiche

Die Viskosität von Mehrbereichsölen

Die Mehrbereichsöle vereinen die Viskositätsklassen von wenigstens zwei Einbereichsölen. Dadurch eignen sich diese Öle sowohl für den Sommer- als auch den Winterbetrieb. Auf den Umverpackungen werden zunächst die Niedrigtemperatur-Viskosität und anschließend die Hochtemperatur-Viskosität angegeben. Als Beispiel dient das Mehrbereichsöl SAE 15W-40. Hierbei steht 15W für ein wintertaugliches Öl, welches aufgrund seiner Niedrigtemperatur-Viskosität bis -25°C verwendet werden darf. Die Hochtemperatur-Viskosität erlaubt bei 100 °C eine Fließgeschwindigkeit von 12,5 mm² pro Sekunde. Um die verschiedenen Viskositätsbereiche problemlos überbrücken zu können, sind diese Öle mit Polymeren versehen, die den Viskositäts-Index verbessern können. Wenn Sie ein zuverlässiges Motoröl suchen, dann können Ihnen die heutigen Mehrbereichsöle nur empfohlen werden, da diese einen großen Viskositätsbereich bieten und für nahezu jede Jahreszeit geeignet sind.