Mehrbereichsöl vs. Einheitsöl in der Verwendung

Aufgrund der Namensähnlichkeiten stellt sich die Frage, ob es einen Unterschied zwischen Mehrbereichsöl und Einheitsöl gibt. Zunächst bleibt festzustellen, dass Einheitsöl nicht mit Einbereichsöl zu verwechseln ist. Dieses war bis Ende der 70er Jahre in den meisten Fahrzeugmotoren vertreten. Den Einheitsölen ist eine feste Fließfähigkeit zugeordnet, die genau auf die jeweiligen Motorbedürfnisse abgestimmt ist. Bis dato wurden in den Motoren Öle mit den Viskositätsklassen SAE 20 bis SAE 50 verwendet. Für den extremen Winterbetrieb sorgt beispielsweise das SAE 10 Öl für eine besonders gute Fließfähigkeit.

Wer heute noch einen Oldtimer besitzt, der muss aufgrund der großen Motor-Toleranzen und Laufspiele immer noch auf dieses Einbereichsöl zurückgreifen. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass diese Öle daher im Sommer als auch im Winter entsprechend ihrer Viskosität zu wechseln sind. Die mineralischen Öle hatten seinerzeit lediglich die Aufgabe, den Motor zuverlässig zu starten. Bis in die 70er haben sich viele nicht um Abrieb, Verschleiß oder gar die Abgasemission gekümmert.

Aus Einheitsöl wird Mehrbereichsöl

Mehrbereichsöle sind die heute bevorzugten Motoröle. Dem Grunde nach handelt es sich bei ihnen um dünnflüssige Einbereichsöle mit speziellen Additiven in Form von Polymeren. Hierdurch wird ein größerer Spielraum bei der Viskosität erzielt. Mehrbereichsöle sind sommer- und wintergeeignet. Die Schmierfähigkeit besteht bei tiefen Temperaturen und beim Kaltstart, aber auch bei hohen Motor- oder Außentemperaturen. Obwohl diese Öle in Verbindung mit ihren Additiven sehr motorschonend sind und auch in Bezug auf die Abgasemission sich überaus positiv verhalten, haben sie einen entscheidenden Nachteil. Je mehr Polymere in diesen Ölen steckt, die einen weiten Viskositätsbereich abdecken müssen, desto schneller altert das Öl. Dies hat wiederum zur Folge, dass in kürzeren Abständen ein Ölwechsel notwendig wird. Geht die Viskosität verloren, so erreicht das Mehrbereichsöl lediglich noch die Eigenschaften des dünnflüssigen Grundöls. Deshalb haben die Hersteller ein neues Einheitsöl geschaffen.

Das Einheitsöl

Seit der Erfindung der synthetischen Motoröle haben sich die Entwickler der Ölhersteller mit dem Problem der vorzeitigen Alterung beschäftigt. Das Ergebnis ist ein besonderes Leichtlauföl mit einer langen Laufleistung. Dieses Einheitsöl trägt oft die Bezeichnung Longlife-Öl. Der Einsatz von Longlife-Ölen verlängert die Wechselintervalle. Jedoch darf dieses Motoröl ausschließlich in denjenigen Fahrzeugen verwendet werden, bei denen der Fahrzeughersteller eine Freigabe erteilt hat.

Einige modernen Fahrzeuge besitzen zu diesem Zweck einen computergesteuerten Longlife-Service, der das Motoröl jederzeit kontrolliert. Nur im Notfall dürfen diese Fahrzeuge normales Mehrbereichsöl nutzen. Mitunter sind dann im Motorsteuergerät regelmäßige Ölwechselintervalle einzustellen, um Schäden zu vermeiden. Generell handelt es sich bei einem Einheitsöl um ein sehr hochwertiges Motorenöl, welches alle Anforderungen in Bezug auf

  • Viskosität,
  • Kühlung,
  • Reinigung
  • und Abgasemission

erfüllt und zudem über viele Jahre im Motor verbleiben kann. Diese Öle bezeichnen meist die Viskositätsklassen 0W-30 oder 0W-40, aber auch eine spezielle Produktnummer des Fahrzeugherstellers. Es wird empfohlen, immer einen oder zwei Liter dieses Einheitsöls im Auto mitzuführen, da es nicht überall erhältlich ist.